Die Klinik im Pressespiegel, eine Übersicht: Die Psyche spielt eine große Rolle Der Psychologe Jürgen K. Baum leitet den Bereich Verhaltensmedizin / Psychotherapie an der Reha-Klinik Hoher Meissner in Bad Sooden-Allendorf. (Schrot & Korn , bio verlag gmbh 9.10.2008) Nicht nur die Lage ist top (HNA vom 10.09.2008) Noch ist Heilung unmöglich (HNA vom 23.04.2008) Reha ist die Basis (HNA, 02. April 2008), Bad Sooden-Allendorf.
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Ein Schlag ins Leben

Bei unserer Telefonaktion zum Thema Schlaganfall liefen die Drähte heiß. Auch immer mehr jüngere Menschen sind von Gefäßerkrankungen betroffen.

(HNA, Sonntagszeit Nr. 19 vom 13.05.2001)

Von unserer Redakteurin Martina Heise-Thonicke

Es passiert wie ein Blitz aus heiterem Himmel: Plötzliche treten Lähmungen auf oder Schwindel, sind Worte einfach verschwunden -wie niemals erlernt. Schlaganfall! Bei den Todesursachen in Deutschland steht er an dritter Stelle hinter Herzinfarkt und bösartigen Tumoren. Mehr als 250000 Bundesbürger sind jährlich betroffen, 20 Prozent von ihnen sterben im ersten Monat nach dem Ereignis. Und: Schlaganfall ist die häufigste Einzelursache für Behinderungen, etwa 1,5 Millionen Patienten leben mit den Folgeschäden.

Dabei sind nicht nur ältere Menschen von dem Hirninfarkt bedroht. Ein besonderes Risiko haben Menschen mit Bluthochdruck, Diabetes, Fettstoffwechselstörungen und Vorhofflimmern. Bei gesunden Menschen erhöhen Rauchen, Alkoholmissbrauch, Fehlernährung, Übergewicht und Bewegungsmangel die Gefahr, einen Schlaganfall zu erleiden. Vorbeugend lässt sich also einiges tun.
Wie groß die Betroffenheit ist, machte unsere Telefonaktion anlässlich des Tages des Schlaganfalls deutlich:

Frage: Mein Mann ist seit vielen Jahren Diabetiker. Vor einigen Tagen hatte er Sehstörungen und der Mundwinkel hing herunter. Das hat sich inzwischen wieder gebessert. Könnte dies ein Schlaganfall gewesen sein?
Antwort: Diese Symptome könnten tatsächlich auf einen Schlaganfall hindeuten. Ihr Mann sollte so schnell wie möglich seinen Hausarzt aufsuchen und sich eingehend untersuchen lassen. Diabetes ist einer der Risikofaktoren für einen Schlaganfall. Und dieses Ereignis könnte sich - dann vielleicht mit schlimmeren Folgen - wiederholen. Doch es gibt heute wirksame Medikamente, um dieses Risiko deutlich zu reduzieren. Auch ist es wichtig, dass der Diabetes gut eingestellt ist.

Unsere Tochter (41) hatte kürzlich einen Schlaganfall. Die Ärzte im Krankenhaus haben ihr das Medikament "Plavix" verordnet und gesagt, sie müsse lebenslang Medikamente einnehmen, um einem weitere Schlaganfall vorzubeugen. Ist dieses Mittel überhaupt zur Langzeiteinnahme geeignet?
Plavix ist ein relativ neues Medikament, mit dem ihre Tochter gut versorgt ist. Bevor es zugelassen wurde, ist es erprobt worden. Bisher ist nicht bekannt, dass es bei längerer Einnahme zu spezifischen Problemen kommt.

Mein Vater hatte kürzlich drei Schlaganfälle. Habe ich durch familiäre Veranlagung ein höheres Risiko für einen Schlaganfall? Ich habe auch etwas erhöhte Cholesterinwerte. Was kann ich vorbeugend tun?
Wenn keine anderen Risikofaktoren wie Diabetes, Bluthochdruck, Rauchen oder Übergewicht hinzukommen, kann man von einem nur leicht erhöhten Risiko ausgehen. Es ist wichtig, dass Sie auf Ihre Ernährung achten und diese langfristig umstellen: Essen Sie weniger tierische Fette und Fleisch, mehr Obst und Gemüse und Ballaststoffe. Gewöhnen Sie sich an, morgens, mittags und abends ein bis zwei Esslöffel Haferkleie (gibt es im Reformhaus) in einen Joghurt zu rühren und etwas quellen zu lassen. Dies wirkt im Darm cholesterinsenkend. Nach einiger Zeit lässt sich damit nachgewiesenermaßen eine Reduzierung des Cholesterinspiegels um zehn bis fünfzehn Prozent erreichen. Wichtig sind außerdem Bewegung und regelmäßige Untersuchungen.

Ich leide unter hohem Blutdruck und bekomme ein Medikament dagegen. Aber ich setze es immer wieder ab, weil mir nicht wohl ist, wenn ich es einnehme. Da ich auch Übergewicht habe, fürchte ich ein wenig, schon zu einer Schlaganfall-Risikogruppe zu gehören.
In der Tat ist Bluthochdruck einer der wesentlichen Faktoren für Herzinfarkt und Schlaganfall. Deshalb ist es wichtig, dass Sie die Medikamente weiter und regelmäßig nehmen. Dann werden auch die Beschwerden sicher bald nachlassen. Seien Sie zurückhaltend beim Salzen von Speisen. Meiden Sie Fertiggerichte und bevorzugen Sie natriumarmes Mineralwasser. Wenn Sie Ihr Gewicht reduzieren und auf Bewegung achten, tun Sie Ihrem Blutdruck noch mehr Gutes. Der systolische Wert sollte nicht höher als 140, höchstens 145 sein, der diastolische nicht höher als 80 bzw. 85.

Mein Mann (83) hatte bereits mehrere Schlaganfälle. Er kann nur noch sehr schlecht laufen und vor allem sein linker Arm und seine Hand sind sehr eingeschränkt. Ich halte ihn regelmäßig zu ein wenig Handgymnastik an. Was können wir noch tun?
Bewegen, bewegen, bewegen! So viel wie möglich. Sprechen Sie doch demnächst mit Ihrem Hausarzt darüber, ob er Krankengymnastik verordnen kann. Das würde ihrem Mann sicher helfen und ihn bei den Bewegungen unterstützen.

Experten am Telefon waren Dr. Carsten Schröter, Chefarzt der Neurologischen Abteilung der Klinik Hoher Meißner in Bad Sooden-Allendorf, Dr. Michael Müller, Chefarzt der Inneren Abteilung des Kreis- und Stadtkrankenhauses Witzenhausen und Dr. Joachim-P. Joester, Gefäßchirurg und Oberarzt der Chirurgischen Abteilung desselben Krankenhauses.

Rat und Hilfe
Weitere Informationen und Hilfe bietet unter anderem die Stiftung Deutsche Schlaganfall-Hilfe, Carl-Bertelsmann-Straße 256 in 33311 Gütersloh, Tel: 05241-9770-0, Internet: www.schlaganfall-hilfe.de  

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