
Am Tag des Schlaganfalls informierten Mediziner über Risikofaktoren und Vorbeugung
(Werra-Rundschau, 16. Mai 2003)
Werra-Meissner. Anlässlich des Tages des Schlaganfalls hatten Dr. Carsten Schröter, Regionalbeauftragter der Stiftung Deutsche Schlaganfallhilfe und Chefarzt der Neurologischen Abteilung der Klinik Hoher Meissner und Horst Raue, Regionalbeauftragter der Deutschen Herzstiftung, Bad Sooden-Allendorf, erstmals gemeinsam eine Informationsveranstaltung initiiert, die am 14. Mai 2003 in der Klinik Hoher Meissner stattfand. Mit 110 Zuhörern war der Vortragssaal bis auf den letzten Platz gefüllt. Die Barmer Ersatzkasse und die AOK hatten die Veranstaltung unterstützt.
Ohne den mahnenden Zeigefinger informierten die drei Referenten über Risikofaktoren und Vorbeugung. Dr. Torsten Eggeling, Arzt für Innere Medizin aus Eschwege, legte dabei den Schwerpunkt auf die Problematik des Rauchens und auf die konsequente Behandlung von erhöhtem Blutdruck und Cholesterin. Spätestens ab dem 45. Lebensjahr sollten regelmäßig Untersuchungen beim Hausarzt diesbezüglich stattfinden. Dr. Eggeling betonte noch einmal, dass ein Herzinfarkt oft schwer zu erkennen ist. Nur 25 Prozent der Patienten nehmen bei Auftreten der Symptome sofort an, dass es sich um einen Herzinfarkt handelt. Da die Schmerzen oft in den Unterkiefer ausstrahlen, wird an Zahn- und Kiefererkrankungen gedacht, die in den Arm und Brustkorb ausstrahlenden Schmerzen werden mit rheumatischen und Wirbelsäulenerkrankungen verwechselt.
Die gleichen Risikofaktoren wie beim Herzinfarkt gelten für den Schlaganfall, so Dr. Schröter. Darüber hinaus berichtete der Neurologe, dass auch bestimmte Herzrhythmusstörungen gehäuft zu Schlaganfällen führen können. Wenn diese rechtzeitig entdeckt werden, kann durch die Gabe beispielsweise von Marcumar oder ähnlichen Medikamenten das Risiko sehr effektiv, immerhin um 70 Prozent vermindert werden. Häufig wird die Frage nach dem Zusammenhang von Alkohol und Gefäßerkrankungen gestellt. Nicht nur französische Untersuchungen haben gezeigt, dass geringe Mengen Alkohol das Risiko, eine solche Erkrankung zu erleiden, senken. Die Empfehlung, mit Alkohol Vorbeugung zu betreiben, kann aber trotzdem nicht gegeben werden.
Dr. Joachim Joester, Oberarzt der Chirurgischen Abteilung des Kreis- und Stadtkrankenhauses Witzenhausen stellte anschließend eindrucksvoll mit Bildern dar, was passiert, wenn Durchblutungsstörungen an den Beinen nicht beachtet werden. Im Gegensatz zu Herzinfarkt und Schlaganfall kommt es hier zu einer schleichenden Minderversorgung des Gewebes mit Absterben zunächst einzelner Zehen und Wundheilungsstörungen. Durch Ultraschall und Röntgen-Untersuchungen (Angiographie) kann der Zustand der Beinarterien beurteilt werden. Die Arterien können durch Einbringen eines Ballonkatheters aufgeweitet werden, bei ausgedehnteren Einengungen sind Operationen notwendig. Das Kreiskrankenhaus Witzenhausen hat kürzlich ein modernes Angiographiegerät erhalten, so dass die genannten Maßnahmen dort sehr gut durchgeführt werden können.
Viele Fragen und eine lebhafte Diskussion zeigten das Interesse der Zuhörer. Initiatoren und Referenten waren mit der Veranstaltung rundum zufrieden. (WR)
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Aktualisiert am 24.02.2009