Die Klinik im Pressespiegel, eine Übersicht: Die Psyche spielt eine große Rolle Der Psychologe Jürgen K. Baum leitet den Bereich Verhaltensmedizin / Psychotherapie an der Reha-Klinik Hoher Meissner in Bad Sooden-Allendorf. (Schrot & Korn , bio verlag gmbh 9.10.2008) Nicht nur die Lage ist top (HNA vom 10.09.2008) Noch ist Heilung unmöglich (HNA vom 23.04.2008) Reha ist die Basis (HNA, 02. April 2008), Bad Sooden-Allendorf.
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Kinderlähmung und Folgen in der Diskussion

(Werra Rundschau, 18.03.2005)

Morgen Treffen der Selbsthilfegesellschaft in der Klinik "Hoher Meissner" - Referate über Rehabilitation und Diät

Bad Sooden-Allendorf. Bernd F. (Name geändert) hatte 1958 eine Kinderlähmung durchgemacht. Lähmungen waren in beiden Beinen und im rechten Arm aufgetreten. Eine Beatmung in der "Eisernen Lunge" war damals Gott sei Dank nicht nötig geworden. Bernd F. hatte Glück, die Lähmungen bildeten sich weitgehend zurück, nur eine Schwäche der Fußheber war rechts zurückgeblieben, eine Schiene hat die Störung gut kompensiert.

Über viele Jahre blieb der Zustand stabil. Aber 1996 stellte Herr F. fest, dass das Gehen immer beschwerlicher wurde, besonders das Treppensteigen wurde zunehmend anstrengend. Eine Untersuchung beim Neurologen brachte die Diagnose: Post-Polio-Syndrom.

Mehrere Jahrzehnte nach Auftreten der Kinderlähmung und oft guter Rückbildung der Lähmungen treten wieder schleichend neue Schwächen auf, meist in den auch früher betroffenen Muskeln. Allgemeine Schwäche und verminderte Belastbarkeit werden von den Patienten oft berichtet.

Edeltraud Hendrich, Präsidentin der Polio-Allianz e.V. , einer Selbsthilfegesellschaft für Personen, die früher eine Kinderlähmung durchgemacht haben, und Dr. Carsten Schröter, Chefarzt der Neurologischen Abteilung der Klinik Hoher Meissner in Bad Sooden-Allendorf, laden gemeinsam ein zu einer Veranstaltung für Patienten mit dieser Erkrankung und ihre Angehörigen. Am morgigen Samstag, 19. März, 10.00 Uhr, beginnt die Veranstaltung mit Referaten über die Rehabilitation und die Diät bei Patienten mit Post-Polio-Syndrom, kurz PPS genannt.

Nach einer Pause geht es an praktische Themen: "Schmerzen -Wie helfe ich mir selbst?", Physiotherapeutinnen der Klinik Hoher Meissner, Ida Stricker und Jutta Höftmann, zeigen Übungen, die die Patienten alleine oder mit ihrem Partner gemeinsam durchführen können, um Schmerzen zu lindern. Schmerzen bei dem PPS durch Fehlbelastungen von Gelenken, Wirbelsäule und Muskeln treten häufig auf. Anschließend folgt eine Klinikführung.

In den letzten fünf Jahren hat Dr. Schröter mit dem Aufbau des Schwerpunktes neuromuskulärer Erkrankungen in der Neurologischen Abteilung auch ein Behandlungsprogramm für Patienten mit PPS aufgebaut. Die Patienten haben über Jahre gelernt, das maximale aus ihrem Körper herauszuholen, um im Alltag gegenüber Nichtbehinderten zu bestehen. Sie sind meist sehr leistungsorientiert.

Mit Ressourcen haushalten

Das Besondere, was das PPS von vielen anderen Erkrankungen unterscheidet, ist, dass die Patienten nun lernen müssen, nicht unbedingt möglichst intensiv zu trainieren und arbeiten, sondern mit ihren Ressourcen zu haushalten. Die nach der akuten Phase der Kinderlähmung verbliebenen Nervenfasern mussten die Arbeit vieler untergegangener Fasern über Jahre übernehmen. Nun erschöpfen sie zunehmend, der Grund weshalb neue Schwächen und verminderte Belastbarkeit auftreten. Hier hilft ein intensives Training nicht weiter, sondern kann die Schwächen sogar noch verstärken.

Ziel der Rehabilitation ist es, durch ein dosiertes Training Funktionen und Ausdauer zu verbessern und dem Patienten einen weniger fordernden Umgang mit dem Körper zu vermitteln. "Ganz schwierig", wie Edeltraud Hendrich als selbst Betroffene und engagierter Motor der Polio-Allianz zu berichten weiß. Am Nachmittag finden die Mitgliederversammlung der Polio-Allianz und eine Sitzung des wissenschaftlichen Beirates statt.

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