
In der Klinik Hoher Meissner in der Kurstadt tagten Krankenhaus-Sozialarbeiter
(HNA, 30.05.2002)
Bad Sooden-Allendorf. Welche Probleme - aber auch Chancen - hat
die Krankenhaus-Sozialarbeit? Das war die zentrale Frage beim
Workshop für Sozialarbeiter aus Hessen, Niedersachsen und
Thüringen, die sich zum zweiten Mal in der Klinik Hoher Meissner
trafen.
Dr. Carsten Schröter, Chefarzt der Neurologischen Abteilung und Dr.
Petra Brückner, leitende Oberärztin der Orthopädischen Abteilung,
führten durch die Veranstaltung.
Ulrich Meier, Leiter des Geschäftsbereiches
Krankenhausfinanzierung der Hessischen Krankenhausgesellschaft,
erläuterte die augenblicklichen und zukünftigen Auswirkungen der
Fallpauschalen (DRG). Die Liegedauer von Patienten müsse begrenzt
werden, andererseits sei aber auch dafür Sorge zu tragen, dass
Verlegungen und Entlassungen nicht zu früh erfolgten, um den
Gesundungsprozess und Heilungsverlauf von Wunden nicht zu
gefährden.
Um Entlassungen oder Verlegungen in Rehabilitationskliniken
möglichst gut vorbereitet und zum optimalen Zeitpunkt zu erreichen,
werde der Krankenhaussozialdienst von großer Wichtigkeit sein.
Müssen Patienten länger als für die Behandlung notwendig im
Krankenhaus versorgt werden, weil die Versorgung zu Hause nicht
gewährleistet ist oder Betten in Reha-Kliniken nicht rasch
vermittelt werden können, kann dies für das Krankenhaus teuer
werden.
Da in Fallpauschalen vergütet wird sein und nicht mehr in
Tagessätzen, kann dies zu einer finanziellen Belastung des
Krankenhauses und damit einer Verschlechterung im Wettbewerb
führen.
Ausführlich stellte im Weiteren die Sozialpädagogin Sabine Prange,
Leiterin des Krankenhaussozialdienstes des Universitätsklinikums
Hamburg-Eppendorf, dar, wie ein Krankenhaussozialdienst seine
Aktivitäten klassifizieren und damit auch transparent machen kann.
Das von ihr dargelegte System, lässt auch eine Schätzung zu, wie
teuer die Komponenten der Sozialarbeit sind. Kurzum: So wird
deutlich, wie teuer das Ausweiten der Sozialarbeit kommt, wenn dies
im Krankenhaus notwendig wird.
Gabriele Schubert, Leiterin des Sozialdienstes des Uni-Klinikums
Frankfurt, hat ein solches System bereits eingeführt und die Kosten
damit transparent geworden sind.
Unter dem zunehmendem Ärztemangel in den Krankenhäusern könnte
durch eine Umverteilung entsprechender Aufgaben eine Entlastung im
ärztlichen Bereich erreicht werden.
Nach einer sehr kontroversen und spannenden Diskussion stellten Dr. Carsten Schröter und Dr. Petra Brückner die Reha-Phasen von Patienten nach Beendigung der Akutbehandlung dar. Petra Brückner stellte sehr eindrucksvoll die Notwendigkeit der Behandlung älterer multimorbider, so genannter geriatrischer Patienten dar. (nh/tko)
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Aktualisiert am 24.02.2009