Die Klinik im Pressespiegel, eine Übersicht: Die Psyche spielt eine große Rolle Der Psychologe Jürgen K. Baum leitet den Bereich Verhaltensmedizin / Psychotherapie an der Reha-Klinik Hoher Meissner in Bad Sooden-Allendorf. (Schrot & Korn , bio verlag gmbh 9.10.2008) Nicht nur die Lage ist top (HNA vom 10.09.2008) Noch ist Heilung unmöglich (HNA vom 23.04.2008) Reha ist die Basis (HNA, 02. April 2008), Bad Sooden-Allendorf.
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So schnell wie möglich in die Klinik

Schlaganfall

(HNA, 22.09.2000)

von Thomas Kopietz Um das Thema Schlaganfall, die Erkennung, Behandlung und Nachsorge ging es in einer Ärztefortbildung in der Klinik Hoher Meißner.

Bad Sooden-Allendorf. Wie ein Blitz schlägt die Krankheit zu - der Schlaganfall kommt meist ohne Vorwarnung und mit gravierenden Folgen, die von der Lähmung bis zum Tod reichen. Getroffene fallen urplötzlich aus der Aktivität in die völlige Hilflosigkeit. Die Intensität der Krankheit hängt auch von der schnellen und korrekten Versorgung im Krankenhaus und der effizienten Rehabilitation und therapeutischen Nachsorge ab. Verschiedene medizinische Einrichtungen müssen folglich möglichst reibungslos zusammenarbeiten - vom Hausarzt über die Fachabteilung in Krankenhäusern bis zu Reha-Einrichtungen und Therapeuten. Vertreter aller trafen sich am Mittwoch zu einer Fortbildung mit Diskussion in der Klinik Hoher Meißner. In der Bad Sooden-Allendorf Klinik nimmt die Rehabilitation von Schlaganfallgeschädigten eine "wichtige Rolle" ein, wie Dr. Carsten Schröter sagt. Der Chefarzt der Neurologischen Abteilung initiierte denn auch die Veranstaltung mit dem Ziel, die Information über die Krankheit und deren Therapie zu verbessern.

Die Vortragsthemen orientierten sich am Verlauf eines Schlaganfalls. Zunächst machte Prof. Andreas Ferbert deutlich, wie wichtig das schnelle Einleiten Soforthilfe sei. "Die ersten drei Stunden nach dem Schlaganfall sind die wichtigsten", erläuterte der Direktor der Neurologie in den Städtischen Kliniken Kassel. Der schnellen Diagnose käme daher eine enorme Bedeutung zu. Die Betroffenen müssten deshalb die Symptome erkennen. Schwindel, Sehstörungen und Lähmungen seien untrügliche Vorboten, die unmittelbar den Notruf veranlassen sollten. Der Weg über den Hausarzt könne zu lang sein, wichtige Zeit verloren gehen, sagte Ferbert. Aber auch an die Kliniken stellte der Schlaganfall hohe Anforderungen. Intern müsste von Einweisung bis Erstmaßnahme alles so schnell wie möglich gehen - Arbeitsabläufe müssten deshalb optimiert werden.

Verbesserte Perspektiven
In Kassel wurde eine sogenannte "Stroke Unit" eingerichtet - eine Abteilung, die speziell auf Schlaganfallpatienten vorbereitet ist. Dies Stroke Units wurden in Skandinavien konstruiert und haben die Chancen von Schlaganfallpatienten auf eine möglichst optimale Wiederherstellung erwiesenermaßen erheblich verbessert.

Für die Hausärzte sprach Dr. Michael Meixner aus Witzenhausen. Er verdeutlichte, dass nur ein schnelles Weiterleiten der Patienten, wenn sie mit einer Schlaganfall-Symptomatik in die Praxis kämen, die einzig sinnvolle Maßnahme sei. "Ich gebe solche Fälle sofort weiter", sagte Meixner, der die vordringliche Aufgabe des Hausarztes darin sieht, möglichen Schlaganfallgefährdeten die optimale Prävention, also Vorbeugung, zu bieten. Außerdem müsse später, nach Entlassung aus Akut- und Reha-Klinik eine ständige Kontrolle beim Hausarzt stattfinden, der gleichzeitig als Psychologe gefragt sei.
Zum Thema Rehabilitation schilderte Dr. Carsten Schröter die in den vergangenen zehn Jahren deutlich verbesserten Möglichkeiten in diesem Bereich. Selbst verloren gegangene Fähig- und Fertigkeiten wie Sprechen oder Gehen könnten bedingt durch eine Reorganisation der geschädigten Hirnrinde wieder erlernt werden. Die Neurologie der Klinik Hoher Meißner beteiligt sich daher an einer hessenweiten Studie, in der die Therapieverläufe von Schlaganfall-Patienten anonym gesammelt und aufgearbeitet werden.
Einen Datenpool von Schlaganfallpatienten verwaltet und durchforstet die Geschäftsstelle Qualitätssicherung Hessen um Dr. C. Kugler. 19000 Fälle haben Kugler und Mitarbeiter bereits registriert. Die Bedeutung der Längsschnittuntersuchung liegt vor allem darin, dass die Krankheitsverläufe auch bis in den Zeitraum der Rehabilitation verfolgt werden: Sechs Monaten nach dem Anfall werden die Patienten befragt. Die Ergebnisse sollen Aufschluss über die Qualität der Behandlung von der Akutphase bis zur ambulanten Therapie von Physio-, Ergotherapeuten und Logopäden geben. Ferner soll dadurch den Einrichtungen Marketinghilfen gegeben werden.

In der abschließenden Diskussionsrunde, bei der auch Dr. Michael Müller, Krankenhaus Witzenhausen und Dr. Torsten Eggeling, Kreiskrankenhaus Eschwege, dabei waren, ging es vor allem um die finanziellen Engpässe im Gesundheitswesen, die auch die Rehabilitation beeinträchtigen: Durch die Ärzte-Budgetierung würden auch die noch langfristig notwendigen und wichtigen Behandlungen wie Krankengymnastik, Ergotherapie und Logopädie massiv eingeschränkt.

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