

Selbsthilfegruppe macht Betroffenen Mut und hilft in schwieriger
Situation
(HNA, 29.11.2003)
ESCHWEGE: Nach einem Schlaganfall ist nichts
mehr wie es war. Dieser Slogan der Stiftung Deutsche
Schlaganfallhilfe gibt deutlich wieder, wie umfassend sich das
Leben nach einem Schlaganfall ändern kann. Es gibt in Deutschland
pro Jahr schätzungsweise 200000 an einem Schlaganfall neu erkrankte
Personen, über eine Millionen Menschen mit den mehr oder weniger
Folgen.
Im Gegensatz zu langläufigen Meinungen sind nicht nur ältere
Menschen betroffen, die Erkrankung kann in jedem Lebensalter
auftreten. Fragen wie Pflege des Betroffenen, wie man einen zweiten
Schlaganfall vorbeugen kann und viele können von behandelnden
Ärzten und auch Sozialarbeitern nicht immer erschöpfend beantwortet
werden. Deshalb sind in den vergangenen Jahren verstärkt
Selbsthilfegruppen entstanden, auch im Werra-Meissner-Kreis.
Im Frühjahr 2000 war das der Fall, spontan fanden sich 35
Mitglieder, heute sind es über 50. Der eingetragene Verein ist als
gemeinnützig anerkannt und heißt Schlaganfall-Selbsthilfegruppe
Werra-Meissner: Mitglied werden können betroffene Personen und
deren Angehörige, der Jahresbeitrag beträgt 20 Euro, für Ehepaare
fällt der Betrag nur einmal an. Ziele der Gruppen sind:
Die Arbeit ist mittlerweile gut angelaufen, weiß Bettina Lange
aus Langenhain, betroffene Ehefrau und Beisitzerin im Vorstand. Die
Vortragsveranstaltungen finden in der Regel am ersten Dienstag
eines Monats um 19.00 Uhr im Veranstaltungssaal der Klinik Hoher
Meissner in Bad Sooden-Allendorf statt. Dabei findet zunehmend
nicht nur ein Austausch über die Probleme im Zusammenhang mit einem
Schlaganfall statt, sondern auch ein freundschaftlicher
"Klönschnack".
Therapiegruppen finden wöchentlich (Krankengymnastik) oder alle
zwei Wochen (Ergotherapie) in der Klinik Hoher Meissner statt.
Benötigt wird eine Verordnung des Hausarztes, die dessen Budget
nicht belastet. Eine Gruppe von Logopädie wird voraussichtlich im
kommenden Jahr gegründet. Die Therapien sollen die des Einzelnen
nicht ersetzen, sondern ergänzen und helfen, schon Erreichtes zu
erhalten und zu verbessern.
Auch gemeinsame Fahrten werden unternommen, die Nützliches mit dem
Angenehmen verbinden wie beispielsweise der Besuch einer
gleichgesinnten Gruppe in Höxter.
Im Mittelpunkt der gemeinsamen Unternehmungen stehen die
gegenseitige Unterstützung, Motivation, Stärkung und Information
und das Voneinander-Lernen durch den Erfahrungsaustausch.
Besonders gelegen ist der Selbsthilfegruppe daran, auf das Thema
"Schlaganfall" aufmerksam zu machen. Es sei wichtig, dass jeder die
Hinweise kennt und weiß, was zu tun ist, wenn ein Schlaganfall
auftritt und wie ihm vorzubeugen ist.
Die Aktivitäten der Gruppe haben bereits in kurzer Zeit
Anerkennung gefunden, nicht nur bei den Menschen, die sich dort in
guten Händen wissen. Im November 2002 erhielt die Vorsitzende Frau
Margot Witzel aus Abterode stellvertretend für die ganze Gruppe den
Sozialpreis des Werra-Meissner-Kreises. Er wurde übergeben von
Landrat Dieter Brosey für das ehrenamtliche Engagement, anderen
Menschen in Not zu helfen.
Wer in der Selbsthilfegruppe mitarbeiten oder Mitglied werden
möchte kann Kontakt aufnehmen mit
Margot Witzel (05657/1481) oder mit
Dr. Schröter in der Klinik Hoher Meissner (05652/550),
Von Helmut Mayer
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Aktualisiert am 22.12.2009