
(HNA vom 15. November 2006)
Klinik Hoher Meissner: Ausbau Rehabilitation
bei neuromuskulären Erkrankungen
Von Thomas Kopietz
Bad Sooden-Allendorf:
Die Klinik Hoher Meissner hat sich ein starkes Standbein
geschaffen., die Rehabilitation von Menschen mit neuromuskulären
Erkrankungen. Jetzt wurden zwei weitere Zimmer umgebaut, damit
Patienten in einem fortgeschrittenen Stadium betreut werden
können.
Etwas 40 000 Euro investiert die Klinik, die zur Wicker-Gruppe zählt, in die Modernisierung, bei der zwei vorhandene, moderne Zimmer noch einmal dem Bedarf angepasst werden, wie Verwaltungsleiterin Gisela Wicker sagt. Für sie ist es eine lohnenswerte Investition, verbessert sich so doch die Infrastruktur zwar in bescheidenem, aber für das Haus nicht unbedeutendem Maße.
In Bädern wird ein höhenverstellbares und selbstreinigendes WC eingebaut. Auch das Waschbecken ist in der Höhe variabel. Die Zimmer sind rollstuhlgeeignet.
Auch das Weghängen oder Herausnehmen von Kleidungsstücken wird den im Rollstuhl sitzenden Patienten ermöglicht und erleichtert. Via Fernbedienung ist die Garderobenstange herausfahrbar.
Zunächst stehen diese zwei Zimmer für die schwer muskelkranken Patienten zur Verfügung. Es sollen aber mehr werden, wie Gisela Wicker sagt. "Die Rehabilitation von muskelkranken Menschen ist ein Schwerpunkt geworden, der ausgebaut werden soll."
Der Ausbau dieser Indikation in der Neurologie ist eng mit der Person von Dr. Carsten Schröter verknüpft. Er kam vor 8 Jahren mit sehr viel Erfahrung auf dem Gebiet der Behandlung von neuromuskulär Erkrankten in die Klinik. Die nutzte das Potenzial ihres Chefarztes und auch bei den Patientenzahlen.
Zunächst wurde im Haus die Behandlung von Patienten nach Schlaganfall und Multipler Sklerose etabliert, dann die Reha für neuromuskulär Erkrankte, dazu zählen Krankheitsbilder wie Muskeldystrophie, eine Art Muskelschwund, oder ALS (Amyotrophe Lateralsklerose), die schon nach wenigen Jahren zum Tod führen kann, weil die Muskeln auch der Atmung betroffen sein können. Es gibt auch andere Verläufe, wie der des Physikers Stephen B. Hawking. Er leidet seit den 60er Jahren an der Krankheit.
"Das große Problem ist der Verlust der Selbständigkeit", sagt Schröter. Eben diese Selbständigkeit, die auch Selbstvertrauen bedeutet, versucht man durch die Therapie und eine Eigenversorgung zu sichern. Gearbeitet wird mit multidisziplinär. Ärzte, Physiotherapeuten, Ergotherapeuten, Logopäden, Sozialarbeiter, Pfleger und Psychologen sind beteiligt. Zentraler Punkt ist die Krankengymnastik. Hier sollen die Motorik und die konditionellen Fähigkeiten wie Ausdauer, Koordination, aber auch Stabilität verbessert werden, wenn die Muskeln eigentlich nicht mehr wollen.
© 1997- Wicker-Gruppe |
Seite empfehlen |
Seitenübersicht |
Artikelübersicht |
Suche |
Aktualisiert am 24.02.2009